Restaurierung der Grabanlage Edel
Die Grabanlage der Familie Edel (Erbbegräbnis 1287) liegt an der Südwestseite von Feld W 2, gegenüber von Feld X 2. Beigesetzt sind hier der Sanitätsrat Dr. Karl Edel (* 31.07.1837, † 16.07.1921) und seine Ehefrau Elisabeth Edel, geb. Abel (* 08.10.1840, † 13.01.1907). Sie sind die Urgroßeltern des Schriftstellers Peter Edel (1921-1983). Der ebenfalls hier beigesetzte Mediziner Dr. Paul Edel (* 11.07.1867, † 23.01.1939) ist ein Sohn von Karl und Elisabeth Edel und Großonkel von Peter Edel.
Der Entwurf für das Erbbegräbnis der Familie Karl Edel stammt von dem Architekten Gustav Goerke und ist 1907 nach dem Tod von Elisabeth Edel geschaffen worden. Der Architekt Gustav Goerke (1881-1954) stammte aus Hannover und machte sich um 1904 selbständig. Er war vorrangig als Innenarchitekt tätig. Das Grabmal für die Familie Karl Edel ist für den Friedhof Weißensee sein einzig bekannter sepulkral-architektonischer Entwurf.
Auf einer historischen Fotografie ist die Grabanlage in ihrer ursprünglichen Gestalt mit der dreiteiligen, freistehenden Rückwand in Form aufrecht stehender, offener Sarkophage und dem dreiseitigen, niedrigen Schmuckgitter zu sehen (Abb. in: Grabmalskunst, Vierte Folge, 1908, Tafel 7). Sowohl im oberen Drittel der Rückwand als auch im einfassenden Gitter wurde der Davidstern als Symbol verwendet. Vier in Höhe des Gitters ausgebildete massive Pfeiler bilden die Eckpunkte der Erbbegräbnisanlage.
Im Zweiten Weltkrieg erlitt der umfangreiche Bestand an repräsentativen Metallarbeiten auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee empfindliche Einbußen, als die Ablieferung von Buntmetall zur Verstärkung der Metallreserve angeordnet wurde. In diesem Zusammenhang ist auch bei der Grabstätte Edel das Schmuckgitter, welches die Grabanlage einfasste, komplett beseitigt worden.
Durch eine starke Schiefneigung war die Standsicherheit der freistehenden Grabwand massiv gefährdet, die Werkstücke aus Granit waren zudem untereinander nicht verbunden.
Die Wiederherstellung der Grabanlage Edel wurde vom Förderverein Jüdischer Friedhof Berlin-Weißensee e.V. in Kooperation mit dem Kommunalen Bildungswerk e.V. im Bildungs- und Kulturzentrum Peter Edel und dem Landesdenkmalamt Berlin durchgeführt. Die denkmalpflegerischen Maßnahmen umfassten für 2025 den fachgerechten Ab- und Wiederaufbau der aus massiven Granit-Werkstücken bestehenden Grabwand und in 2026 die Restaurierung der gesamten Grabanlage einschließlich der traditionellen Bepflanzung der Grabinnenfläche mit Efeu.